Nachdem ich 2008 meine verkürzte Ausbildung zur Zahntechnikerin und meine Zusatzausbildung zur „Betriebsassistentin im Handwerk“ erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete ich für ein knappes Jahr in einem Dortmunder Labor in der Edelmetall- und Keramikabteilung. Es gefiel mir gut, doch ich wollte mehr… Eine andere Kultur, eine fremde Sprache und vor allem die Chance der beruflichen Weiterbildung reizten mich. So antwortete ich auf ein Inserat im Januar 2009 im dental labor. Nach einigen E-Mails und einem ersten persönlichen Gespräch bei der IDS 2009 mit dem Labormanager Marius Vincze wurde ich zu einem weiteren Interview in die Staaten eingeladen. Allein der Gedanke, zu einem „Vorarbeiten“ für vier Tage in die USA zu fliegen, verursachte Bauchkribbeln. Doch es hat geklappt! Kaum konnte ich es erwarten, wieder zurückzufliegen, doch es lag noch ein langer Weg mit „Papierkram“ vor mir. Schließlich überbrachte mir der Postbote den Umschlag der Frankfurter Botschaft mit meinem J1-Visum, und der Flug an die Ostküste konnte gebucht werden.
Alles war vom Labor vorab organisiert: In Boston wurde ich abgeholt und in meine bereits möblierte Wohnung gebracht. Gut, dass während der ersten Tage meine langjährige beste Freundin aus Deutschland an meiner Seite war. Gemeinsam haben wir die neue Umgebung erkundet, ausgepackt und eingekauft.
Auch die ersten Arbeitstage brachten viel Ungewohntes. Eine neue Umgebung,
andere Vorgehensweisen und natürlich die fremde Sprache. Doch vieles war mir auch sehr vertraut, denn der Betrieb – übrigens das fünftgrößte Dentallabo der Neuengland-Staaten – ist sehr deutsch-orientiert. Der Betrieb beschäftigt 40 Mitarbeiter, davon 25 Techniker.
Laborinhaber Richard Napolitano, sein Sohn Ryan – gleichzeitig die berühmte „rechte Hand“ des Chefs – und alle Arbeitskollegen nahmen mich liebevoll auf. Fast zeitgleich mit mir haben zwei weitere deutsche Technikerinnen bei „PCDL“ angefangen: Stephy und Julia. Mit Stephy teile ich mir die schöne, gemeinsame Wohnung und das Auto, das wir vom Labor gestellt bekommen. Mit beiden verbringe ich sehr viel private Zeit – Freundschaften, die ich auch nach diesem Aufenthalt nicht mehr missen will.
Ich habe unglaublich viel gelernt. Ich lebe für die Keramik, es macht mir so viel Freude, jeden Tag dazuzulernen. Vom Verblenden, Schichten oder Überpressen einzelner VMK-Kronen über große Front- oder Seitenzahnbrücken, Presskeramik-Inlays /Onlays bis hin zu (Frontzahn-)Veneers oder das „Farbe nehmen“ und Schichten von „Custom Shades“ lerne ich alles im Bereich Keramik und Gerüstgestaltung und es macht einfach riesigen Spaß. Marius, der neben seiner Aufgabe als General Manager des Labors auch gleichzeitig unser „Supervisor“ ist, zeigt viel Engagement, uns Trainees weiterzubringen und zu perfektionieren. Er hat mich mit seiner Liebe zur Keramik und Ästhetik förmlich „angesteckt“. Einmal in der Woche haben wir nach Feierabend eine interne zweistündige Vorlesung im Labor, um auch theoretische Themen und Probleme zu besprechen und gemeinsam zu analysieren. Lesen Sie weiter im dental-labor, Ausgabe 7/2010!
Dienstag, 13.07.10 03:45 Uhr
Sehr schoenes Bericht!