Die Höhe des periimplantären Weichgewebes folgt im Wesentlichen dem Kamm des Alveolarknochens. Die für die Entwicklung der interimplantären Papille entscheidenden Faktoren sind jedoch komplex und können von den Merkmalen des Implantatdesigns oder den chirurgischen Maßnahmen nicht vollständig kontrolliert werden.
Obwohl die Knochenstärke und -höhe die Hauptfaktoren sind, die die Höhe der Weichgewebe beeinflussen, können weitere Elemente wie beispielsweise die Morphologie des Zahns, die Position des interdentalen Kontaktpunktes sowie die Anordnung und die Qualität der Weichgewebefasern sich ebenfalls auf das Erscheinungsbild des Weichgewebes auswirken. Das Fehlen intergingivaler, interpapillärer, transeptaler, halbzirkulärer, zirkulärer, dento-gingivaler-alveolärer Fasern im Prothesenumfeld beeinträchtigt das Aussehen und die Behandlung des Weichgewebes in dem betroffenen Bereich nachhaltig. Das Fehlen interimplantärer Papillen, die das „schwarze Dreieck“ verursachen, ist weiterhin ein großes Problem für die ästhetisch orientierte dentale Implantologie.
Der Werkstoff par excellence, der für Zahnprothesen und Pfeilerzähne über viele Jahre hinweg gewählt wurde, war das Titan. Trotz seiner ausgeprägten Biokompatibilität und mechanischen Eigenschaften besteht weiterhin der Nachteil, dass die Metallteile beim Einsatz vorgenannter Pfeiler sichtbar sind. Aus diesem Grund wurden Keramikpfosten verwendet, um das Erscheinungsbild zu verbessern.
Vorgenannte Pfosten werden aus sehr reiner, dicht gesinterter Keramik hergestellt (Al2O3) und aus Zirkonoxid-Keramiken (ZrO2), die partiell stabilisiert sind (Y2O3).
Beide Werkstoffe weisen verbesserte mechanische und optische Eigenschaften auf und kommen bei klinischen Fällen umfassend zum Einsatz. Die Keramik aus Aluminiumoxid für die zahnärztliche Praxis integriert sich gut, doch sind die biomechanischen Eigenschaften der Versorgung leider unzureichend, um längerfristigen Belastungen standzuhalten.
Das Zirkonoxid als Werkstoff für Zahnprothesen besitzt gute chemische Eigenschaften und eine gute Biokompatibilität, doch wurden die physischen Eigenschaften der Versorgungen aus Zirkonoxid bis jetzt noch nicht eingehend beurteilt.
Der Fall
Eine Patientin, die ihre dentale Situation ästhetisch und funktionell verbessern wollte, wurde zur University of Southern California, Oral Health Center geschickt. Die dentale Anamnese zeigte, dass die Patientin den 11er und den 21er bei einem Unfall während eines Baseballspiels verloren hatte. Bei diesem Fall wurde die vertikale Dimension des zukünftigen Prothesenlagers stark verändert und die Knochenresorption und der Kollaps des Weichgewebes machten eine einschlägige chirurgische Rekonstruktion vor Anwendung der Prothese erforderlich. Dies wiederum erforderte eine schrittweise chirurgische Intervention, auch wenn die Gefahr bestand, dass diese für eine vollständige Rekonstruktion des Kammes gegebenenfalls nicht ausreichte. Aus diesem Grund war der
Einsatz einer Zahnfleischreproduktion aus Kunststoff/Keramik erforderlich, um ein akzeptables klinisches Ergebnis zu erzielen. Die ursprüngliche Versorgung der Patientin wurde mit einer Krone am oberen rechten seitlichen Frontzahn und einem mittleren Anhängerelement für den oberen rechten mittleren Frontzahn geplant. Auf den Abbildungen von 1 bis 3 sieht man die ursprüngliche Versorgung, die den Erwartungen der Patientin nicht gerecht wurde. Lesen Sie weiter im dental-labor, Ausgabe 7/2010!
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